Öffentlichkeitsarbeit

Aus der Bestimmung der Beein­flußbarkeit von Öffentlichkeiten ergibt sich von selber, was Öffentlichkeitsarbeit inhaltlich ist, unabhängig vom verwandten Begriff. Egal ob sie „Öffentlichkeitsarbeit“, „Public Relations“, „Informationspolitik“, „Aufklärung“, „Kulturaustausch“ – oder auch „Werbung“ (Schoeck, Helmut: Kleines soziologisches Wörterbuch, Frei­burg i.Br. 1969; Herder-Bücherei Bd. 312/313, S. 357) – gerufen wird: Inhalt ist immer ein propagan­distischer. In jedem Fall ist bei dem Ziel der Beeinflussung von Öffentlich­keiten der Wahrheits­gehalt oder die Absicht „mit einer eigennützigen Interessenlage des Mitteilenden verknüpft“ (Schoeck, S. 269 f.) – selbst wenn eine wie auch immer geartete Propaganda, will sie Erfolg zeitigen, anzuknüpfen hat an Tatsachen, die im Bewußtsein großer Teile der avisierten Öffentlichkeit bereits vorhanden sind (Kesting, Hanno: Öffentlichkeit und Propaganda. Zur Theorie der öffentlichen Meinung, Bruchsal 1995; Schriften zur politischen Wissenschaft, Bd. 2, S. 93).

Dem trägt sogar das offizielle Selbstverständnis der Deutsche Public Relations-Gesell­schaft hintergründig Rechnung: „Öffentlichkeitsarbeit / Public Rela­tions vermittelt Standpunkte und ermöglicht Orientierung, um den politischen, den wirtschaftlichen und den sozialen Handlungsraum von Personen oder Organisationen im Prozeß öffentlicher Meinungsbildung zu schaffen und zu sichern.“ (DPRG (Deutsche Public Relations-Gesellschaft): Öffent­lichkeitsarbeit / Public Relations. Leitlinien und Berufsbild, in: journalist 4/97, S. 57–63, S. 63; ebenso Engel, Peter: Public Relations (PR), in: Gablers Wirtschafts-Lexikon, 12. Aufl., Wiesbaden 1988, Teilband 4, Sp. 1107–1111, Sp. 1109). Ähnlich, jedoch weit euphemistischer, folgende, ebenfalls zutreffende Definition: „Öffentlich­keitsarbeit soll verstanden werden als das bewußte, planmäßige und dauernde Bestreben, bei ver­schiedenen … relevanten Zielgruppen ein gegen­seitiges Verständnis und Vertrauen aufzubauen und bei diesen Zielgruppen positive Reaktionen gegenüber der Unter­nehmung auszulösen.“ (Scharf, Andreas / Schubert, Bernd: Marketing. Einführung in Theorie und Praxis, Stuttgart 1995, S. 263).

Auszug aus: Markus Klein: Unternehmenskommunikation: Emanzipation des Menschen
„Scholien aus San Casciano“ – ISSN 2199-3548 – ID 2014005
https://scholien.wordpress.com/glossarium/offentlichkeitsarbeit