Corporate Citizenship: „Bürger für Bürger“

Eine Plattform der Dresdner Bank für gemeinschaftsbezogenes Handeln

Unsere Gesellschaft befindet sich in einem rasanten Wandel, der verschiedene Ausprägungen und Auswirkungen hat. Im Ganzen gesehen ist er von zwei zunächst gegensätzlich scheinenden Entwicklungen geprägt, die jedoch zusammengehören.

Zum einen zeigt sich, daß die gesellschaftlichen Institutionen – Schulen, Kirchen, Gewerkschaften, Politik usw. – in wesentlichen Bereichen den Bestand und das Funktionieren der Gesellschaft nicht mehr im selben Umfang wie bisher zu gewährleisten vermögen. Die schwindende Prägung auf das gemeinschaftliche Wohl und Interesse geht einher mit einer Individualisierung der vordergründigen Interessen jedes einzelnen Bürgers.

Zum anderen aber steigt das gesellschaftliche Interesse an ethischen, ökologischen und moralischen Themen rapide an. Werte wie Freundschaft, gesellschaftliches Engagement, Erfahrung, Verantwortung, die doch durch die erstere Entwicklung aufgehoben scheinen, gewinnen zunehmend wieder an Bedeutung – nicht nur für die einzelnen Bürger, sondern auch für Unternehmen und Organisationen.

Die Integrationsfunktion des gesellschaftlichen Engagements von Bürgern und Unternehmen ist nicht hoch genug einzuschätzen. Nicht nur, daß zahlreiche gesellschaftliche Serviceeinrichtungen ohne solches Engagement nicht nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt werden könnten. Nicht nur, daß die meisten kulturellen Angebote und vieles, was unser gesellschaftliches Leben bereichert, in Zeiten knapper Kassen ohne solches Engagement gänzlich wegfallen würde. Ohne gesellschaftliches Engagement von Bürgern, Unternehmen und Organisationen würde die Gesellschaft selbst ihre Vitalität verlieren oder sich in eine Richtung fortentwickeln, die das Zusammenleben für alle schwerer machen würde.

Bürger wie Unternehmen müssen Aufgaben übernehmen, die der Staat und seine Institutionen nicht mehr ausfüllen können. All dies sind gute Gründe für die Dresdner Bank und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ihr gesellschaftliches Engagement in einer „aktiven Bürgergesellschaft“ nicht nur zu erhalten, sondern zeitgemäß auszubauen und zu gestalten.

Unternehmerische Herausforderung

Nach dem Krieg mangelte es in Deutschland an fast allen Wirtschaftsgütern. Im Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns und der gesellschaftliche Erwartung an die Unternehmen stand der Aufbau und die Sicherung der produktiven Basis.

Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre jedoch war eine erste Sättigungsphase erreicht. Es begann die Zeit des Vertriebsmarketings. Die Unternehmen versuchten, ihre Produkte weiterhin erfolgreich zu verkaufen und damit ihr Überleben sicherzustellen. In ihrem Kern bedeutet die Idee des Vertriebsmarketings, gesellschaftliche Entwicklungen und die Bedürfnisse der Kunden zu beobachten, möglichst vorwegzunehmen und durch entsprechende Produkte rechtzeitig zu befriedigen.

Mit den ersten Anzeichen der Globalisierung Anfang der 80er Jahre und dem beschleunigt wachsenden Wettbewerb drängte sich die Kostenoptimierung in den Vordergrund. Davon alleine können Unternehmen aber nicht leben.

Unternehmen müssen sich heute als Teil der Gesellschaft verstehen. Die Gesellschaft fordert von den Unternehmen, ihre Verantwortung gegenüber dem Umfeld, in das sie eingebettet sind, bereitwillig zu übernehmen und umfassend an der gesellschaftlichen Kommunikation und Entwicklung in allen Bereichen teilzunehmen. Was zählt, ist nicht zuletzt der Grad der Wahrnehmung der gesellschaftliche Verantwortung, die den Unternehmen abgefordert wird. Unternehmen, die ihr nicht bereitwillig begegnen, werden über kurz oder lang keinen unternehmerischen Erfolg mehr haben.

Die Dresdner Bank als Teil der aktiven Bürgergesellschaft

Banken waren schon immer mehr als „Geldinstitute“. Der Umgang mit dem Geld und dem Privatvermögen von Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen hat hohen gesellschaftlichen Rang. Verantwortung und Zuverlässigkeit sind gefragt.

Die Dresdner Bank ist mit rund 49.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in über 70 Ländern ein maßgeblicher Teil der Gesellschaft. Unserer gesellschaftspolitischen Verankerung und unseren gesellschaftlichen Aufgaben stellen wir uns als deutsche Großbank mit europäischem Zuschnitt genauso wie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Bürger.

Die gesellschaftliche Verantwortung beginnt für die Dresdner Bank im eigenen Hause. Hier schon muß der wechselseitigen Verzahnung von Unternehmen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der Gesellschaft Rechnung getragen werden.

Seit jeher hat es ein großes freiwilliges gesellschaftliches Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegeben. Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen stellen einen großen Teil ihrer Freizeit, ihre Erfahrungen, Kenntnisse und Fähigkeiten in den Dienst der Allgemeinheit. Bisher jedoch handelt es sich dabei vornehmlich um rein privates Engagement, das zwar in Einzelfällen auf die eine oder andere Weise, nicht jedoch institutionell von der Dresdner Bank unterstützt wurden. Das wollen wir ändern.

Die Dresdner Bank strebt eine Unternehmenskultur an, zu der ein freiwilliges gesellschaftliches Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gesellschaft gehört, das die Bank ausdrücklich unterstützt und fördert. Dieses Ziel wird vom Vorstand der Dresdner Bank initiativ getragen.

Das gesellschaftliche Engagement der Dresdner Bank und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nützt nicht nur der Gesellschaft, es trägt auch zu einem gesellschaftsorientierem und zukunftsbetonten Bild der Dresdner Bank bei. Direkt und indirekt stützt das aktive Annehmen der gesellschaftlichen Herausforderungen damit unseren künftigen Geschäftserfolg.

Das auf den folgenden Seiten vorgestellte Programm ist zunächst versuchsweise auf fünf Jahre angelegt. Nach Ablauf dieser Frist werden wir ein Resümee ziehen, auf das wir die Weiterentwicklung unseres gesellschaftlichen Engagements aufbauen werden.

Die Gesellschaft der Zukunft

Wo es um den Erhalt unserer Gesellschaft, ihrer Werte und ihrer Funktionalität geht, ist jeder einzelne gefragt, seinen Beitrag zu leisten – Bürger wie Unternehmen und Organisationen. Letztlich ziehen wir alle an einem Strang, wenn es um unser aller Gemeinwesen geht. Und nur gemeinsam werden wir spürbare Erfolge verzeichnen.

Die Dresdner Bank stellt sich dieser Herausforderung. Unter dem Motto „Bürger für Bürger“ will sie zum Ausdruck bringen:
Als Unternehmen insgesamt übernehmen wir damit ausdrücklich eine zeitgemäße gesellschaftliche Rolle. Die Übernahme des Begriffs „Bürger“ für die Dresdner Bank ist Chiffre für unseren qualitativ neuen gesellschaftspolitischen Aufbruch.

Wir machen damit zugleich deutlich, daß wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dresdner Bank allesamt in unserer jeweiligen Funktion nicht etwa außerhalb der Gesellschaft stehen, sondern daß jeder einzelne von uns als Bürger ein integraler Bestandteil der Gesellschaft ist – und daß wir uns vor allem auch so verstehen.

Und am wichtigsten von allem: Im Verhältnis untereinander, also zwischen dem Unternehmen Dresdner Bank und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wollen wir das gleiche „Bürger für Bürger“-Verständnis zum Leitbild machen. In dem Engagement, das die einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenüber unserer Gesellschaft aufbringen, sollen sie durch unser Unternehmen unterstützt werden und sich bestätigt fühlen.

Neue Orientierung

Persönliches Engagement ist für jede Gesellschaft unentbehrlich. Deshalb müssen neue Formen und Möglichkeiten gefunden werden, sich für Mitmenschen oder die Umwelt einzusetzen, freiwillig und unentgeltlich. Menschen verbinden sich über gemeinsame Werte miteinander, über gemeinsame Interessen und gemeinsame Verantwortung.

Anordnen und einfordern läßt sich das nicht. Gemeinschaft und Verantwortungsbereitschaft sind keine Gesinnungsleistung oder Willensakte. Sie sind Folge eines funktionierenden Austausches. Sie stellen sich ein, wenn den Menschen Gelegenheit und Anerkennung geboten wird, gemeinschaftliches Engagement zu betreiben. Sie wachsen, wenn die Menschen aus ihrer Erfahrung lernen, daß sie dafür Unterstützung und Anerkennung finden. So entsteht auf die Dauer ein sich verstärkender Kreislauf von Vertrauen, Gemeinschaft und Verantwortungsbereitschaft.

Gesellschaftliches Engagement soll für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dresdner Bank selbstverständlich werden. Umgekehrt kann solches Engagement auch ein Stück Lebenswille, Lebenserfüllung sein. Entscheidend für das weitere gesellschaftliche Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist aber die Unterstützung und Wertschätzung, die sie nicht nur im unmittelbaren Umfeld des jeweiligen Engagements finden, sondern auch in der Anerkennung durch die Dresdner Bank.

Wer sich freiwillig gesellschaftlich engagiert, verdient angemessenes Entgelt für seinen Einsatz. Die „Währung“ kann sehr verschieden sein: Anerkennung, Wertschätzung, Kontakte zu Menschen, Steigerung des Selbstwertgefühles, sinnvolle Aufgaben, Erleben von Neuem, Lernangebote, das Gefühl, gebraucht zu werden. Es sollte uns nicht schwerfallen, freiwillige Arbeit anzuerkennen, freiwillig gesellschaftlich tätige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kolleginnen und Kollegen zu ermutigen und ihnen zu danken.

Von der Vitalität der Gesellschaft profitieren wir alle – jeder einzelne von uns im privaten wie die Dresdner Bank im ganzen. Darum wollen wir ein „neues“ gesellschaftliches Denken fördern und umsetzen und in unserer eigenen Unternehmenskultur fundieren. So wie wir uns eine vitale Gesellschaft vorstellen, so wollen wir sie in unserem eigenen Unternehmen vorleben und von hier aus über das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Gesellschaft hineintragen.

Ein Marktplatz fürs gesellschaftliche Engagement

Im Intranet der Dresdner Bank befindet sich ein Marktplatz fürs gesellschaftliche Engagement. Dieser Marktplatz ist Dreh- und Angelpunkt des „neuen“ gesellschaftlichen Aufbruchs der Dresdner Bank. Unser Intranet ist das richtige Medium, um schnell und aktuell alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unternehmensweit zu erreichen.

Engagierte und Interessierte wollen genau wissen, wie oft, wie lange, wie intensiv, unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen sie Menschen betreuen, sich um ihre Umwelt kümmern sollen. Rechte und Pflichten müssen offengelegt werden. Vor allem wünschen freiwillig gesellschaftlich Engagierte Fortbildungsmöglichkeiten und verlangen Mitspracherechte. Dazu können wir Unterstützung, Beratung und Begleitung anbieten.

Im Bereich „Forum“ finden Sie einschlägige Informationen rund um das freiwillige gesellschaftliche Engagement. Hauptsächlich ist dies eine Plattform für Erfahrungs- und Wissensaustausch. Steigen Sie ein in die Online-Diskussion über das freiwillige gesellschaftliche Engagement. Diskutieren Sie das Thema „Gesellschaftliches Engagement“ unternehmensweit mit anderen interessierten Kolleginnen und Kollegen. Üben Sie Weitblick im Erfahrungsaustausch. Leiten Sie neue Diskussionen ein, schalten Sie sich ein, wann immer Sie möchten.

In der Bibliothek im „Forum“ finden Sie Informationen rund um das soziale Geschehen, Hintergrundinformationen zu freiwilligem Engagement, Rechtsfragen und –ant­worten, Tips zu Fördergeldern, eine umfangreiche Literaturrecherche und Linksammlung zum Thema und vieles mehr.

Dort steht Ihnen unser Bildungskatalog zur Verfügung mit Kurzbeschreibungen zu Seminaren und Weiterbildungsmaßnahmen, mit denen Sie Ihre persönlichen Kompetenzen zugleich für Ihr gesellschaftliches Engagement wie für Ihren beruflichen Einsatz erweitern können. Zu diesen Veranstaltungen können Sie sich im übrigen auch gleich im „Forum“ anmelden.

Oftmals fehlt bloß das Wissen um Betätigungsmöglichkeiten. Dem soll durch die Einrichtung einer „Börse“ im Marktplatz fürs gesellschaftliche Engagement für Initiativen, Ideen und Personen begegnet werden. Hier stellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihr jeweiliges Engagement vor, werben neue Helfer und sagen denen, die nicht wissen, wo sie sich engagieren sollen, wo man sie braucht. Interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich aus der Vielfalt des freiwilligen gesellschaftlichen Engagements ihrer Kolleginnen und Kollegen in Vereinen und Organisationen die passende Anregung finden.

Unterstützungspakete für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die Dresdner Bank will ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein freiwillige gesellschaftliches Engagement in ihrer Freizeit erleichtern bzw. versuchen, sie darin zu unterstützen. Sinnvolle Maßnahmen-„Pakete“ können entsprechende Rahmenbedingungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen.

Als Einzelbestandteile solcher Pakete sind vielfältige Maßnahmen denkbar:

  • die Schaffung unternehmensinterner Förderungskreise als Ideen- und Ratgeber
  • die Bereitstellung von finanziellen Mitteln zur Unterstützung konkreter Projekte
  • die Übernahme von projektspezifischen Anschaffungen für Fachliteratur, Zeitungen oder Zeitschriften
  • eine Mitnutzung von technologischer Hard- und Software der Dresdner Bank für konkrete Projekte
  • die Gewährung von Dienstreisen zu Informationsbeschaffung und zur notwendigen Kontaktpflege
  • eine Gewährung von Freiräumen und Freistellungen für freiwillige gesellschaftliche Tätigkeit
  • ein Angebot zu spezifischen Weiterbildungsmaßnahmen und Fortbildungen.

Nicht alle diese Vorschläge zur erfolgreichen Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lassen sich in jeder Unternehmenseinheit der Dresdner Bank umsetzen. Für jede Unternehmenseinheit sollen deshalb passende und umsetzbare Maßnahmen ausgewählt und als Paket geschnürt werden.

Neuformierung des Social Sponsoring

Im gleichen Maße, wie gesellschaftliches Engagement für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dresdner Bank selbstverständlich werden soll, ist auch das gesellschaftliche Engagement der Dresdner Bank Teil ihres Selbstverständnisses als Wirtschaftsunternehmen.
Diesem Selbstverständnis waren bisher schon alle Engagements der Dresdner Bank in der Gesellschaft durch Social Sponsoring verpflichtet, jedoch jedes für sich und ohne sich gegenseitig strategisch zu ergänzen.

Freiräume und Freistellungen

Maßstab für den Appell an ein gesellschaftliches Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dresdner Bank ist, daß ein solches Engagement auch im Rahmen der Ausübung der beruflichen Tätigkeit möglich ist bzw. daß die berufliche Tätigkeit ein solches Engagement nicht unmöglich macht. Es soll und muß möglich sein, daß gesellschaftliches Engagement und professionelles Arbeiten miteinander harmonieren, sich einander ergänzen und gegenseitig befruchten. Keinesfalls dürfen beide in ein Konkurrenzverhältnis zueinander geraten. Damit ist weder der Gesellschaft noch der Dresdner Bank – zumal als verantwortlicher Teil der Gesellschaft – gedient.

Mit der Zunahme der Flexibilisierung der Arbeitszeiten bei der Dresdner Bank ist es den einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr und mehr möglich, Arbeitszeiten freier einzuteilen und damit auch freier für ein gesellschaftliche Engagement disponieren zu können. Diesem Ziel sollen alle Vorgesetze durch entsprechende Dispositionen in ihrem jeweiligen Bereich unterstützend Rechnung tragen.
Über eine Nutzung dieser Spielräume hinaus soll es in einem wirtschaftlich vertretbaren Maße aber auch möglich sein, bei gegebenen Fällen und Projekten Überschneidungen von beruflichen Arbeitszeiten und gesellschaftlichem Engagement zu tolerieren bzw. durch temporäre Freistellungen zu ermöglichen.

Es ist offensichtlich, daß Freistellungen – unabhängig, ob es sich um volle Wochen oder Tage oder nur dazwischengeschobene Telefonate am Arbeitsplatz handelt – Geld kosten. Zu einer Zeit, in der jede Möglichkeit zur Ausgabenkürzung genutzt werden muß, ist es einleuchtend, daß die Kosten nicht unberücksichtigt bleiben dürfen. Andererseits können und dürfen keine direkten Relationen zwischen den Kosten des gesellschaftlichen Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und dem direkten Nutzen für die Dresdner Bank in Form von sozialen Fähigkeiten der betreffenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und dem indirekten Nutzen in Form von gesellschaftlicher Vitalität hergestellt werden. Da der Nutzen gleichwohl vorhanden ist, wird die Dresdner Bank ein entsprechendes Konzept ausarbeiten, das unternehmensweit als Richtlinie für alle Vorgesetzten zum Umgang mit Freistellungen dienen soll.

Zeugnisse und Beurteilungen

Nicht nur für die einzelne Mitarbeiterin oder den einzelnen Mitarbeiter und für die ganze Gesellschaft, auch für die Dresdner Bank selbst hat das gesellschaftliche Engagement ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und deren Persönlichkeitsgewinn Vorteile.

Durch gesellschaftliches Engageme­nt gewonnene Schlüsselqualifikationen – Team- und Leitungsfähigkeit, soziale Kompetenzen und Organisationstalent etc. – sind auch für die Unternehmenskultur und damit direkt und indirekt für die gesellschaftliche Akzeptanz und den wirtschaftlichen Erfolg der Dresdner Bank entscheidend. Darum soll solchem Engagement in Zeugnissen und Beurteilungen sowie bei Beförderungen Rechnung getragen werden. Hilfsbereitschaft und uneigennütziger, zusätzlicher Einsatz für die Gemeinschaft sollen so honoriert und unterstützt werden.

Eine Aufnahme freiwilliger gesellschaftlicher Betätigungen in Zeugnissen und Beurteilungen ist mehr als ein symbolischer Akt. Zwar drückt schon die Aufnahme ins Zeugnis oder die Beurteilung selbst die Anerkennung aus, die die Dresdner Bank für das gesellschaftliche Engagement ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat. Aber wichtig ist auch, was beurteilt wird.

Um hier eine einheitliche Handhabung zu erreichen, sollen freiwillige gesellschaftliche Tätigkeiten auf Wunsch der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ergänzend vermerkt werden. Dabei soll dargelegt werden, inwieweit diese gesellschaftlichen Engagements einen positiven Einfluß auf die Eignung, Leistung und Befähigung der betreffenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im internen Bereich der Dresdner Bank haben.

Bei der Beförderungs- und Einstellungsspraxis soll das freiwillige gesellschaftliche Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Bewerber stärker honoriert werden. Die Aufnahme gesellschaftlicher Betätigung in Zeugnisse und Beurteilungen dient daher künftig auch als ergänzendes Kriterium bei Beförderungen und Einstellungen.

Bei Beförderungen und Einstellungen werden in der Regel die Kriterien Eignung, Befähigung und fachliche Leistung berücksichtigt. Dabei kann eine bekundete gesellschaftliche Tätigkeit die Einschätzung der Eignung einer Mitarbeiterin bzw. eines Mitarbeiters positiv beeinflussen. Auch dies ist schließlich eine Honorierung des gesellschaftlichen Engagements.

„Tag des Engagements“

Als Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung für das freiwillige gesellschaftliche Engagement von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dient die Herausstellung des Engagements und der gesellschaftlich Tätigen jährlich an einem unternehmensweiten „Tag des Engagements“ in der internen und externen Öffentlichkeit der Dresdner Bank. Dies wird verstärkt durch eine Auslobung von Preisen für freiwilliges gesellschaftliches Engagement.

Alle auf dem „Marktplatz fürs Engagement“ im Intranet vorgestellten Projekte von Kolleginnen und Kollegen werden hinsichtlich ihrer Vorbildfunktion im Sinne der „neuen“ gesellschaftlichen Orientierung der Dresdner Bank beurteilt.

Beurteilt werden soll vor allem die Innovationsfreude und die Kreativität bei der Entwicklung und Umsetzung neuer Ideen aus allen Bereichen (Soziales, Sport, Kultur, Natur-, Umwelt-, Tierschutz etc.) des freiwilligen gesellschaftlichen Engagements, die von öffentlich relevanter Bedeutung sind und von denen eine starke Vorbildfunktion für Kolleginnen und Kollegen ausgeht.

Die herausragendsten freiwilligen gesellschaftlichen Tätigkeiten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden durch Preise unterstützt, die die Dresdner Bank dafür bereitstellen wird.

Die Preise gehen unbar an die betreffenden Initiativen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sollen die Ziele der entsprechenden Initiativen direkt unterstützen und werden daher zusammen mit den Preisträgern projektspezifisch definiert werden. Ein solcher Preis kann beispielsweise bei einer Initiative für „Essen auf Rädern“ in der Bereitstellung eines Fahrzeuges bestehen, bei einer Initiative gegen Gewalt und Intoleranz beispielsweise in der Übernahme von Presse- und Werbebudgets. Der Kreativität sollen auch hier keine Grenzen gesetzt sein.

Transformation in die Gesellschaft

Die „neue“ gesellschaftliche Initiative der Dresdner Bank ist weder Selbstzweck noch Werbeinstrument. Was wir unter „Bürger für Bürger“ verstehen und was wir erreichen wollen, haben wir deutlich gemacht: Nichts weniger als ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt der Vitalität unserer Gesellschaft ist unser Ziel und unsere Aufgabe.

Daß wir das nicht alleine können, ist offensichtlich. Über das direkte gesellschaftliche Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinaus will die Dresdner Bank deshalb die Kultur der Anerkennung und Honorierung von freiwilliger gesellschaftlicher Tätigkeit, die sie im eigenen Bereich vorlebt, auch in die Gesellschaft selber hineintragen.

Diesem Ziel sollen die folgenden Projekte dienen:

  • Wettbewerb „Bürger für Bürger“
  • Stiftung „Mitverantwortung“
  • Beirat
  • Öffentlichkeitsarbeit

Wettbewerb „Bürger für Bürger“

Um das freiwillige Engagement der Bürger für die Gesellschaft zu erhalten und zu fördern, wird ab dem Jahr 2002 jährlich neben dem internen „Tag des Engagements“ auch ein externer Wettbewerb „Bürger für Bürger“ stattfinden. Dabei sollen innovative und richtungsweisende gesellschaftliche Konzepte der Bürger ausgezeichnet werden, um sie in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken und damit ihre Vorbildfunktion für andere Organisationen bzw. Projekte hervorzuheben. Die Auslobung des Preises kann über das Internet und über Broschüren in den Filialen der Dresdner Bank geschehen.

Die teilnehmenden Vereine, Selbsthilfegruppen oder Initiativen reichen Wettbewerbsunterlagen ein, aus denen hervorgehen soll, inwiefern sie innovative und richtungsweisende Konzepte zur Erreichung ihrer Ziele entwickelt und umgesetzt haben.

Hierbei sollen zwei Kategorien unterschieden werden:

  • Innovatives Engagement: Die kreative Entwicklung und Umsetzung neuer Ideen aus allen Bereichen des freiwilligen gesellschaftlichen Engagements, die von öffentlich relevanter Bedeutung sind und von denen eine starke Vorbildfunktion ausgeht.
  • Motivation und Multiplikation: Projekte, die andere Bürger für ein freiwilliges gesellschaftliches Engagement motivieren konnten.

Folgende Kriterien spielen bei der Ermittlung der Preisträger eine Rolle:

  • Wurden neue Formen der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, Vereinen, Trägern, Unternehmen oder Kommunen entwickelt und umgesetzt? Konnten dabei Synergieeffekte genutzt werden?
  • Wurde das traditionelle Arbeitsgebiet z.B. um zusätzliches Engagement oder Projekte erweitert?
  • Konnten durch die innovative Umsetzung beim durchgeführten Projekt weitere Bürger zu gesellschaftlichem Engagement bei diesem oder bei anderen Projekten motiviert werden?

Eine unabhängige Jury bewertet die Bewerbungen und fällt die Entscheidung über die Preisträger. Dabei setzt sich diese Jury zusammen aus dem Beirat, der im Rahmen des Projekts „Bürger für Bürger“ von der Dresdner Bank berufen wird, dem Vorstand der Dresdner Bank sowie den Preisträgern des unternehmensinternen„Tages des Engagements“.

Stiftung „Mitverantwortung“

Es nutzt nichts, darauf zu hoffen, daß die anderen etwas leisten; jeder ist selbst gefordert, aktiv zu werden, auch die Dresdner Bank und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es wäre gleichwohl vermessen anzunehmen, daß sie allein unsere Gesellschaft entscheidend positiv beeinflussen könnten.

Engagement für und in der Gesellschaft ist wie ein großes Mosaik. Jedes Steinchen für sich ist unspektakulär und mag nicht auffallen. Aber viele dieser kleinen Steinchen zusammen ergeben ein Bild, das durchaus auffallend Einfluß auf die Vitalität der Gesellschaft nehmen kann. Durch ihr persönliches Engagement hoffen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, entsprechende Steinchen zum Mosaik beizutragen. Daß aber rasch noch viele andere hinzukommen, ist erklärtes Ziel der Dresdner Bank.

Das freiwillige gesellschaftliche Engagement der Bürger soll unterstützt werden, Bürger sollen dazu ermutigt und befähigt werden. Dem dient der Aufbau einer Dresdner Bank Stiftung „Mitverantwortung“ mit den Zielen Begleitung, Qualifizierung sowie Management und Organisation.

„Begleitung“ bedeutet als Aufgabe der Dresdner Bank Stiftung „Mitverantwortung“, gesellschaftlich tätige Bürger fachlich und persönlich zu unterstützen. Einzelne Bürger und Gruppen, die sich engagieren, brauchen Praxisbegleitung. Organisationen, Gruppen und Projekte brauchen Supervision und Unterstützung bei der Erfolgs- und Qualitätssicherung.

Im Bereich „Qualifizierung“ soll die Stiftung freiwillig gesellschaftlich tätige Bürger weiterbilden. Dazu gehört die Vermittlung moderner und rationeller Arbeitstechniken, die Vermittlung von moderner Öffentlichkeitsarbeit und Umgang mit den Medien sowie fachliche Weiterbildung im Bereich Sozialmanagement, Qualitätsmanagement und im Dienstleistungsmanagement.

Für den Bereich „Management und Organisation“ stellen sich Aufgaben vor allem bei der Erarbeitung und Realisierung von Konzepten für den Einsatz von freiwillig Tätigen, bei der Verbesserung der Rahmenbedingungen und der Planungen für gesellschaftliches Engagement. Außerdem kann die Stiftung bei Personal- und Sozialmanagement, bei der Ausarbeitung von Marketingstrategien, Finanzierungsmöglichkeiten und Fund-Rasing-Plänen, bei der Betreuung von Mitgliedschaften und bei Kommunikationsfragen unterstützen.

Beirat

Die Dresdner Bank will die Qualität und den Erfolg ihrer Bemühungen um die Revitalisierung der Gesellschaft durch gemeinschaftsorientiertes Handeln stetig weiter verbessern und die Multiplikation fördern. Darum wird die Dresdner Bank einen international hochkarätigen Beirat berufen, der sie in ihrer Arbeit und in ihrem Betreben für die Schaffung und Förderung gesellschaftlichen Engagements beraten wird.

Aufgabe des Beirates wird es vor allem sein, das Projekt „Bürger für Bürger“ mit den Bedürfnissen gesellschaftlichen Engagements permanent abzugleichen. Er soll ständig die Maßnahmen, die Aktion und das Social Marketing der Dresdner Bank auf der Basis der selbstgesetzten Ziele bewerten und diesbezüglich Vorschläge zur Anpassung oder Weiterentwicklung entwickeln. Darüber hinaus soll der Beirat Aufgaben wahrnehmen bei der internen („Tag des Engagements“) und externen (Wettbewerb „Bürger für Bürger“) Würdigung gesellschaftlicher Aktivitäten sowie bei der Festlegung der Aufgabenbereiche der Stiftung „Mitverantwortung“.

Im Sinne der Ziele des Projektes „Bürger für Bürger“ und damit des „neuen“ gesellschaftlichen Aufbruchs der Dresdner Bank werden dem Beirat Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Kunst und Gesellschaft angehören, die durch ihre gesellschaftlichen Forschungen und Tätigkeiten in der Öffentlichkeit Ansehen erworben haben und zugleich außerhalb jedes Verdachtes parteipolitischer oder partikulärer Interessen stehen.

Zur Berufung vorgesehen sind bereits – vorbehaltlich der jeweiligen Zustimmungen:

  • Prof. Dr. Amitai Etzioni, Sozialwissenschaftler und Philosoph, Begründer des „Communitarian Network“, Verfasser des „Kommunitaristischen Programms“, Washington
  • Prof. Dr. Roman Herzog, ehemaliger Bundespräsident, Dachau
  • Prof. Dr. Meinhard Miegel, Direktor des Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft, Bonn
  • Prof. Dr. Hans Ulrich Nübel, Theologe, Begründer des deutschsprachigen „Kommunitaristischen Netzwerkes“, emeritierter Professor für theologische Ethik an der Freiburger Evangelischen Fachhochschule für Sozialarbeit

Weitere Persönlichkeiten werden diese Vorschlagsliste ergänzen.

Öffentlichkeit schaffen

Zu den unterstützenden Maßnahmen zum Erhalt und zur Förderung des gesellschaftlichen Engagement von Bürgern, Unternehmen und Organisationen gehört eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit.

Zum einen gilt es, über Hintergrundberichte, Pressearbeit, Broschüren und Internet die beispielhafte Unternehmenskultur der Dresdner Bank rund um das Projekt „Bürger für Bürger“ nach außen zu kommunizieren und damit Motivation und Multiplikation zu weiterem Engagement in die Gesellschaft hineinzutragen. Darauf aufbauend soll zum anderen die gesellschaftliche Diskussion und das Bewußtsein über die Notwendigkeit freiwilligen gesellschaftlichen Engagements vorangetrieben werden. Erst über vernehmbare Öffentlichkeit und eine breite Diskussion lassen sich gesellschaftliche Verhaltensmuster ändern. Schließlich muß zum dritten das, was durch die beiden vorhergehenden Ziele angestoßen wurde, selbst wieder begleitet und durch die Schaffung von Öffentlichkeit etabliert werden.

Öffentlichkeit für gesellschaftliches Engagement muß inhaltlich geschaffen werden durch Ansprache, Vermittlung, Beratung, Begleitung, aber auch in Zusammenarbeit mit der Stiftung „Mitverantwortung“ und dem Beirat durch Qualifizierung, durch Management und Organisation.

Im einzelnen stellen sich damit vor allem Aufgaben im Zusammenhang mit:

  • Durchführung von Informationsveranstaltungen und Aktionen, Kooperation mit den Medien, politische und gesellschaftliche Einflußnahme, Kooperation mit Verbänden, Organisationen, Gruppen und Behörden sowie Vernetzung von Projekten
  • Gewinnung von und Kontaktpflege zu Bürgern, Unternehmen, Organisationen, Einrichtungen und Gruppen für gesellschaftliches Engagement sowie Hilfe und Unterstützung bei der Suche nach bzw. für gesellschaftliches Engagement
  • Beratung von interessierten Personen, freiwillig gesellschaftlich Tätigen, Behörden, Verbänden, Gruppen und Organisationen sowie Unterstützung bei der Entwicklung und Realisierung von Modellen, Konzepten und Projekten für gesellschaftliches Engagement

In einer solchen Kaskade von Öffentlichkeit schließt sich dann nicht etwa ein Kreis, sondern es öffnet sich eine nach oben breiter werdende Spirale des gesellschaftlichen Bewußtseins und Engagements.

Teil der Gesellschaft

Es hat ein Wertewandel stattgefunden. Die Funktion und die Moralität finanzwirtschaftlichen Handelns sind in den letzten Jahren zunehmend ins Visier breiter Öffentlichkeiten geraten. Banken sind aufgrund ihrer spezifischen Rolle dabei als Konsequenz des Wertewandels besonders gefordert, ihre Rolle in der Gesellschaft verantwortungsvoll zu übernehmen und positive Beiträge zur gesellschaftlichen Entwicklung zu leisten.

Verantwortliches Handeln im gesellschaftlichen Sinne ist nicht allein durch PR-Aktivitäten oder durch einfache Antworten zu leisten. Dazu sind die Bewußtseinsänderungen viel zu komplex. Die kritischen Öffentlichkeiten diagnostizieren gesellschaftlich und ethisch richtiges oder fehlerhaftes Verhalten sehr genau und sanktionieren letzteres zu Lasten des Unternehmenserfolges bis hin zum wirtschaftlichen Desaster.

Die Dresdner Bank nimmt diese Herausforderungen gesellschaftlichen Wertewandels aktiv an. Ein Teil dazu ist das vorliegende Konzept „Bürger für Bürger“, das für sich in Anspruch nimmt, ein erster Schritt einer „neuen“ gesellschaftlichen Verantwortung zu sein. Die Dresdner Bank will jedoch nicht nur auf diesen Werte- und Gesellschaftswandel reagieren, sich von der Gesellschaft vorantreiben lassen, sondern die Diskussion und die Revitalisierung der Gesellschaft selbst aktiv vorantreiben – und damit verdeutlichen, daß sie auch ihrem Selbstverständnis nach ein Teil der Gesellschaft ist.

Die Gesellschaft und ihre Mitglieder sind die Stakeholder der Dresdner Bank. Ihnen allein ist die Dresdner Bank verpflichtet, denn sie bilden die Basis, auf der wir uns bewegen. Dies bedeutet jedoch keine Brüskierung der Shareholder der Dresdner Bank. Auch diese sind zugleich Stakeholder, auch diese sind Teil der Gesellschaft und können nur in einer funktionierenden Gesellschaft existieren.

Bürgerstiftungen

Bürgerstiftungen sind der Initiative „Bürger für Bürger“ wesensverwandt. Sie sind eine relativ neue Organisationsform gemeinnützigen Engagements; was sie tun und fördern, dient der Gesellschaft und stärkt das Miteinander auf kommunaler Ebene. Im Vordergrund stehen bei diesen Bürgerstiftungen nicht die finanziellen Aspekte gesellschaftlichen Engagements, sondern die Initiativen der sich engagierenden Bürger. Sie bieten dem einzelnen Bürger, der sich engagieren will, den Vorteil, seine (auch finanziellen) Kräfte mit denen anderer zu bündeln. Damit sind sie im gesellschaftlichen Engagement vor Ort die ideale Ergänzung der Initiative „Bürger für Bürger“ der Dresdner Bank.

Als Aktionsfeld für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Bürgerstiftungen aber deshalb interessant, weil allen diesen Bürgerstiftungen eines gemeinsam ist: Sie müssen ihr Stiftungskapital professionell verwalten, um ihre auf Dauer angelegte Funktionalität zu erhalten. Bürgerstiftungen erbringen ihre Leistungen nicht nur durch eigenständige Projektarbeit, sondern auch durch die Vergabe von Fördermitteln für vorhandene gemeinnützige Einrichtungen und Organisationen.

In Bürgerstiftungen stellen sich qualifizierte Herausforderungen – von der professionellen Vermögensverwaltung bis hin zum Fund Raising – für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dresdner Bank, die unmittelbar im Zusammenhang mit ihren Qualifikationen stehen, die sie aus ihrer beruflichen Tätigkeit mitbringen. Über die Anerkennung ihrer qualifizierten gesellschaftlichen Tätigkeit können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zugleich eine Anerkennung erwerben, die der Dresdner Bank zugute kommt.

Die Dresdner Bank selbst wird sich im Verlaufe ihrer Initiative „Bürger für Bürger“ darüber Gedanken machen, welche institutionalisierte Unterstützung und welches Angebot sie in ihrem Dienstleistungsbereich entwickeln kann, die unmittelbar den Aufbau und den Erfolg von Bürgerstiftungen unterstützen und damit indirekt wiederum der Gesellschaft zugute kommen können.

Interne Energie und Identifizierung

Vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels eröffnet sich für die Dresdner Bank im speziellen durch die in freiwilligem gesellschaftlichem Engagement ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erworbenen Kompetenzen vergleichbarer Nutzen wie für die Gesellschaft im allgemeinen: Vitalität und Überlebensfähigkeit.

Die Auswirkungen und die Anforderungen der Globalisierung der Märkte und der gleichzeitigen Virtualisierung und Dynamisierung der Kommunikation fordern Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren soziale Qualifikationen weit über formale Bildungsabschlüsse hinausgehen. Zu diesen Qualifikationen gehören vor allem neue Formen des Denkens, gehören emotionale Intelligenz ebenso wie gesellschaftliches Interesse und Engagement. Genau diese Qualifikationen aber, die vor allem durch gesellschaftliches Engagement – und nicht etwa an traditionellen Bildungseinrichtungen – erworben werden, sind es, die gemeinsam mit einem hohen Grad an Identifizierung der Dresdner Bank einen Zufluß an interner Energie bereiten, der durch keine noch so gut plazierte Investition erreicht werden kann.
Gesellschaftsbezug und aktive soziale Verantwortung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind viel mehr als „schmückendes Beiwerk“ für das Image der Dresdner Bank. Sie sind eine Quelle interner Energien für unser Unternehmen. Sie fördern Selbstbestimmung und Selbstverantwortung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Daraus wiederum entwickeln sich synergetische Prozesse für die Produktivität und die Performance der Dresdner Bank.

Interne Energie fließt aber auch durch Formulierung und Realisierung gemeinsamer Ziele wie in der Initiative „Bürger für Bürger“ zu. Gemeinsame Ziele, die im gesellschaftlichen Rahmen fundiert sind und nur indirekt wirtschaftlichen Notwendigkeiten folgen, führen zu einer stärkeren Identifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der Dresdner Bank und zu einer damit verbundenen Steigerung der Arbeitsmoral und Leistung.

Gesellschaftliche Positionierung

Unternehmerische Herausforderungen entstehen heute nicht mehr nur unternehmens-, branchen- oder marktintern, sondern vor allem in gesellschaftlicher Partizipation und Kommunikation.

Der Grad der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung definiert die Koordinaten der Positionierung des jeweiligen Unternehmens in der Gesellschaft. Und die Positionierung wiederum entscheidet über funktionale Berechtigung und wirtschaftlichen Erfolg.

Eine Positionierung ist möglich am Rande der Gesellschaft (oder sogar außerhalb), sie ist aber auch möglich im Zentrum der Gesellschaft – und genau dort sieht sich die Dresdner Bank, und dort sehen sich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dresdner Bank.

Aus ihrer Mitte heraus wird die Gesellschaft revitalisiert. In ihrer Mitte ist der gesellschaftliche Einfluß wie die gesellschaftliche Bedeutung am größten. Hier lassen sich Verbindungen in alle Richtungen knüpfen, denn in ihrer Mitte ist die Gesellschaft zugleich am offensten, am tolerantesten, am internationalsten – hier ist sie am vitalsten und am dynamischsten. Auch dies ein Grund, warum die Dresdner Bank und

Und umgekehrt bestimmt diese Positionierung in der Mitte der Gesellschaft die Verpflichtung der Dresdner Bank und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum gesellschaftlichen Engagement und fordert es nachgerade. So ist dieser Ort zugleich eine (Selbst-)Verpflichtung zu weiterem und zunehmendem Bemühen um diese unsere Gesellschaft.

Autor: Markus Klein
Titel: Corporate Citizenship
Untertitel: Eine Plattform der Dresdner Bank für gemeinschaftsbezogenes Handeln
Erstveröffentlichung: Studienpapier, accadis – IBS International Business School Bad Homburg 2001
„Scholien aus San Casciano“ – ISSN 2199-3548 – ID 2014011
URL: https://scholien.wordpress.com/imprimatur/beitrage/0904-2/
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