Begriffe des E-Business

E-Advising
Elektronische Beratung, z.B. Online-Beratung in Recht- und Steuerfragen oder für Existenzgründer. Als Medien eignen sich E-Mail, Telefon (Call-Center) oder elektronische Konferenzsysteme.

E-Auction
Elektronische Form einer Auktion. Ein Anbieter bietet sein Produkt auf einer E-Business-Plattform zur Versteigerung an. Interessenten können dann, innerhalb eines definierten Zeitraumes, ihre Angebote abgeben. Letztlich erhält der Höchstbietende den Zuschlag. Man spricht auf von einer one-to-more Beziehung eines Anbieters zu mehreren Kunden.
Bei einer „umgekehrten Auktion“ erhält der mit dem günstigsten Angebot den Zuschlag, wie es bei Ausschreibungen (siehe E-Submission) der Fall ist.

E-Banking (Electronic Banking)
Unter Electronic Banking versteht man die Möglichkeit, Bankgeschäfte wie Überweisungen, Daueraufträge, Kreditgeschäfte etc. per Computer via Internet zu erledigen. In diesem Zusammenhang wird oft auch von Onlinebanking, Homebanking und Telebanking gesprochen. Ca. 10 Millionen Online Konten wurden bis Ende 1999 in Deutschland geführt.

E-Bonding
Maßnahmen mit Hilfe von elektronischen Mitteln bzw. Medien zur Herstellung, Erhaltung und Verbesserung der Kundenbindung.  Z.B. durch gute (meist kostenlose) Serviceangebote und Dienste zum Vorteil des Kunden.

E-Book
Das E-Book ist ein elektronisches Buch. Mit Hilfe dieses Spezial-Computers kann man Büchern speichern und mitnehmen.

E-Business
Unter E-Business versteht man alle Formen der elektronischen Geschäftsabwicklung. Dazu gehören z.B. der elektronische Handel (E-Commerce) mit seinen mobilen Varianten (M-Business), E-Consulting, E-Publishing, Telebanking, Teleshopping usw. Dabei ist das Internet das Hauptmedium. Aber auch über firmeninterne oder „nicht-Internet“-Netze von z.B. Behörden bzw. Banken und drahtlose Kommunikationsformen (SMS) können auf elektronischem Weg Geschäfte abgewickelt werden.

E-Cash
E-Cash steht für Elektronic-Cash. Viele Firmen arbeiten daran, den Geldverkehr im Internet durch Verschlüsselungsverfahren hackerfest zu machen. Das Verfahren macht die eingetippten Daten (z.B. Kreditkartennummern) im Netz unlesbar für Unbefugte.

E-Catalog
Elektronische Kataloge, um Informationen von Produkten und Dienstleistungen an Kunden oder Geschäftspartner weiterzugeben. Dies kann eine relativ simple webgerechte Umsetzung eines „Papier-Katalogs“ sein. Auch der Austausch bzw. der Abgleich von Katalogdaten zwischen Hersteller und Abnehmer sind möglich. Damit kann der Aufwand für Einkauf und Beschaffung (E-Procurement) in Unternehmen reduziert werden.
Ein elektronischer Katalog ist meist Bestandteil eines elektronischen Shopping-Systems, siehe E-Shops. Es gibt aber auch Firmen die „nur“ den Katalog ohne online-Bestellmöglichkeit ins Netz stellen.

E-Commerce
Unter E-Commerce versteht man alle Formen von elektronischer Vermarktung und den Handel von Waren und Dienstleistungen über elektronische Medien wie das Internet. E-Commerce ist eine „Untermenge“ des E-Business. Siehe auch V-Commerce, E-Consulting, E-Publishing. Neben dem Internet können E-Commerce-Transaktionen auch über firmeninterne oder „nicht-Internet“-Netze von z.B. Behörden und Banken abgewickelt werden.

E-Consulting
E-Consulting ist ein Sammelbegriff für alle elektronischen Beratungsdienstleistungen. So können z.B. die Anfragen eines Kunden von einem Fachmann per E-Mail beantwortet werden. Auch (kostenplichtige) Auskunftsysteme, Nachrichtendienste, Auswertungen im Internet sind denkbar.

E-Culture
Auf das E-Business ausgerichtete Unternehmensphilosophie inklusive der nötigen Maßnahmen zur Neuausrichtung, Motivierung und Know-how-Aufbau.

Electronic Economy
Weitgefaßte globale Geschäftswelt der in sich und untereinander kommunizierenden Wertschöpfungs-Netzwerke, basierend auf elektronischen Netzen (Web). Hierbei sind Lieferanten und Kunden teilweise direkt miteinander verbunden.

E-Education
Unter E-Education versteht man alle Formen von elektronischen bzw. elektronisch gestützten Bildungsangeboten. Zielgruppen sind Schüler, Eltern, Studenten, Lehrkräfte und auch Forschungseinrichtungen.
Das Internet ist dafür eine ideale Plattform: Zeitliche und räumliche Grenzen fallen weg, sogar ein interkultureller bzw. internationaler Austausch ist möglich.

E-Government
Steht für „Electronic Government“, d.h. die Abwicklung von staatlichen Verwaltungsakten und Dienstleistungen mit elektronischen Mitteln.

E-Intermediary
Gemeint ist der Zwischenhandel oder die Vermittlung mit elektronischen Mitteln. Bei dieser Form des E-Business kann der Vermittler dem potentiellen Käufer bei der Auswahl aus einer Vielzahl von Produkten und Dienstleistungen des Marktes behilflich sein, oder für Verkäufer und Anbieter Marktanalysen vermitteln.

E-Lancer
E-Lancer sind Freiberufler, die ihre Dienste im Internet anbieten und in virtuellen Teams arbeiten.

E-Learning
Steht für „Electronic Learning“. Als Beispiel ein mögliches Szenario: Ein Referent ist über das Internet – oder andere Netzwerkverbindungen – mit einem oder auch mehreren Lehrgangsteilnehmern verbunden, die alle an einem (oder mehreren) anderen Ort sitzen (können). Der Referent kann mit elektronischer Hilfe Unterrichts-Folien auflegen, auf eine Tafel skizzieren, Videos einblenden, den Teilnehmern über die Schulter (sprich auf ihren Bildschirm) schauen und auch selber eingreifen, wenn einer Hilfe benötigt. Referent und Teilnehmer können in Bild und Ton untereinander kommunizieren. Auf diese Art und Weise lassen sich Reise- und Unterbringungskosten sowie Ausfallzeiten reduzieren.

E-Mail
Ist die Kurzform von „Electronic Mail“ (elektronische Post). Im Lexikon heißt es übrigens die E-Mail. E-Mail ist eine Form von persönlicher Nachrichtenübermittlung zwischen zwei oder mehr Computerbenutzern über ein Netzwerk. Der Vorteil gegenüber der gelben Post (Online-Deutsch: „Snail Mail“ für Schnecken-Post) liegt auf der Hand: E-Briefe sind billiger und schneller als ihre Papier-Pendants. Außerdem können zu dem Text auch Dateien mitübertragen werden.

E-Mall
Steht für „Electronic Mall“. In der Welt des E-Commerce handelt es sich um einen elektronischen Marktplatz bzw. Einkaufszentrum mit mehreren E-Shops von unterschiedlichen Anbietern und einer breiten Palette unterschiedlicher Produkte und Dienste (horizontaler Marktplatz).

E-Marketing
Darunter versteht man alle Formen von elektronischen (oft internetgestützten) Marketingmaßnahmen. Beispiele wären Bannerwerbung, Computerspiele („Moorhuhnschießen“), Werbe-E-Mails (Spam), Mailinglisten, Newsletter,. Newsticker, E-Zines. Besonders beliebt sind kostenlose Internetdienste wie Routenplaner, Telefontarifrechner, Mailing-Dienste (Unified Messaging), Webspace für die eigene Homepage etc.

E-Market oder E-Marketplace
Ein elektronischer, virtueller Marktplatz des E-Business mit Transaktionen (Handel: Kauf und Verkauf), Informationen (über Produkte und Dienstleistungen) und Kommunikation (zwischen Anbieter und Abnehmer). Man unterscheidet horizontale Marktplätze, die branchenübergreifend sind, während vertikale Marktplätze auf spezielle Branchen ausgerichtet sind.

E-Payment
Alle Systeme und Verfahren, um auf elektronischem Wege zu zahlen. Von einer Vielzahl vorgestellter Systeme hat sich noch keines so richtig durchsetzen können.

E-Procurement
Alle elektronischen Formen des Einkaufs und der Beschaffung in Unternehmen, z.B. durch den Einsatz von elektronischen Katalogen mit Produkten und Dienstleistungen (E-Catalog).
E-Publishing
Alle Formen, die es ermöglichen, auf elektronischem Wege Inhalte zu veröffentlichen und zu verteilen. Beispiele: E-Mail, E-Zine, Fax(abruf), Newsletter, Web-Seiten. Die verbreitetste Form, Dokumente wie z.B. Handbücher im Internet zu veröffentlichen, ist das pdf-Format. Solche Dokumente sind auf vielen Internet-Seiten abrufbar.

E-Sale
E-Sale ist die Bezeichnung für elektronische Kaufvorgänge. Im engeren Sinne bedeutet E-Sale den Verkauf von Gütern oder Dienstleistungen über elektronische Kanäle, im weiteren Sinne die Unterstützung bzw. Abwicklung des Verkaufsprozesses durch moderne Informations- und Kommunikationstechnologien. E-Sale beinhaltet wie beim traditionellen Verkauf auch die Phasen Pre-Sales, Sales und After-Sales.

E-Security
Aufspüren, Erkennen und Beseitigen von Computerviren
Schutz der Daten vor Verlust, Manipulation und dem Zugriff von Unbefugten
Gewährleisten der Verfügbarkeit: von Soft- und Hardware (Backup, parallele Server und Leitungen)
Vertraulichkeit: z.B. bei Bankgeschäften
Integrität (nicht daß in „DM“ überwiesen wird und in „Euro“ abgebucht wird
Authenzität: damit keiner unter einer fremden Identität E-Mails versendet, Überweisungen ausführt oder „online“ bestellt.

E-Service
Alle Formen, die es ermöglichen, auf elektronischem Wege den Service zu verbessern. Beispiele wären:
Banken: interaktive Finanzdienstleistungen
Versicherungen: interaktive Beratungsangebot, um unterschiedliche Tarife „durchzuspielen“
Call-Center: zusätzliche Beratungsformen durch Nutzen von Internetdiensten, wie gemeinsames Web-Browsing, Videokonferenz, Online-Chats, E-Mail
Marketing: Verbesserte Produkt- und Leistungsinformationen. Z.B. ein „Car-Konfigurator“ eines Autoherstellers, mit dessen Hilfe man sich sein Wunschauto zusammenstellen kann
Elektronische Dienstleistungen, wie kostenpflichtige Preisrecherchen „Wo ist wo am billigsten?“ oder Einkaufsdienstleistungen, wie „Welches Produkt ist für den gewünschten Einsatzzweck das günstigste?“ (siehe auch E-Procurement), Online-Bestellen von Babysitter-, Einkaufs- oder Kurierdiensten.

E-Shop
Steht für „Electronic Shop“, also ein Online-Shopping Angebot im Internet. Hier können Sie rund um die Uhr einkaufen.

Electronic Software Distribution (ESD)
Unter Electronic Software Distribution versteht man das Vermarkten und den Vertrieb von Softwareprodukten über das Internet. ESD hat sich als Geschäftsmodell für den Internet-gestützten Verkauf und Vertrieb von Software etabliert und verwendet Verschlüsselungstechniken sowie ein sicheres Management von Transaktionen, um einen zuverlässigen und effizienten Ablauf von Online-Verkäufen sicherzustellen. Mittlerweile ist der Begriff ESD weiter gefaßt. Immer mehr ESD-Transaktionen umfassen neben dem Softwarevertrieb unter anderem auch Leistungen wie Lizenzierung, Registrierung, Marketingaktionen von Herstellern und Händlern sowie die Möglichkeit, die Software vor dem Verkauf zu testen. All diese Leistungen kristallisieren sich immer mehr als Standard für den ESD-Markt heraus. Darüber hinaus kann die ESD-Technologie für sämtliche Transaktionen von digitalen Inhalten genutzt werden, wie beispielsweise Dokumente, Fotos oder Videos.

E-Solutions
Steht für „elektronische Lösungen“. Dieser dehnbare Begriff steht für alle datentechnischen Möglichkeiten, Informationen zu verarbeiten, Kommunikation zu ermöglichen und Prozesse abzubilden.

E-Submission
Elektronische Ausschreibungen. Öffentliche Auftraggeber müssen Aufträge öffentlich ausschreiben, um der Vetternwirtschaft vorzubeugen. Zum Beispiel: einen Bauauftrag an potentielle Baufirmen als potentielle Auftragnehmer (oder Vertragspartner, Kontraktoren).

E-Taxes
steht für „Electronic Taxes“, d.h. die Möglichkeit seine Steuererklärung online zu bearbeiten bzw. abzugeben.

Electronic Tracking
Bezeichnet Rückverfolgungssysteme. Vom Anbieter verschickte Waren werden an verschiedenen Punkten des Lieferweges mittels einer Rückmeldung elektronisch quittiert. Der Kunde kann auf der Website des Anbieters kontrollieren, wo sich seine Bestellung gerade befindet.

E-Vote
Steht für „Electronic Voting“ („vote“, englisch für „abstimmen“ bzw. „wählen“).
Dies können einfache Formen der Abstimmung auf Webseiten sein, die z.B. der Meinungsforschung oder Kundenbefragung dienen.  Aber auch politische Wahlen sind mit mit Hochsicherheitsverfahren im Internet möglich. So findet der Wähler auf einer Web-Seite einen elektronischen Wahlzettel, wo er seine Stimme(n) abgeben kann. Die Personenechtheit kann z.B. mittels einer digitalen Signatur, Kryptokarten oder sogar dem Fingerabdruck gewährleistet werden. Weitere Verfahren der Anonymisierung sichern die strikte Geheimhaltung der Stimmabgabe im Internet. Das Wahl-Rechenzentrum muß gegenüber Manipulationen und Hacker-Angriffen entsprechend gesichert sein.

E-Zine
Ist die Kurzform von „Electronic Magazine“ (elektronisches Magazin). Statt auf Papier gedruckt zu werden, können Zeitschriften auch als Web-Seiten veröffentlicht werden. Ein solches Online-Magazin ruft man von einem Web-Server ab. Viele Firmen werben auf diese Art und Weise für die „Papier-Version“. Deshalb werden in der elektronischen Form oft nur Auszüge der aktuellen Ausgabe veröffentlicht.

M-Business
Das „M“ steht hier für „mobile“. Gemeint sind alle Formen der elektronischen Geschäftsabwicklung (E-Business bzw. E-Commerce) mit mobilen Geräten bzw. drahtloser Kommunikation. Ein Beispiel wäre ein WAP-fähiges Handy, mit dem man Überweisungen bei der Bank veranlaßt (mobiles Telebanking).

M-Commerce
Steht für „mobile commerce“. Darunter fallen alle mobile (d.h. drahtlose) Formen der elektronischen Vermarktung und des Handels von Waren und Dienstleistungen.

V-Commerce
Unter V-Commerce (V von Voice, also Sprache) versteht man den Handel von Waren und Dienstleistungen unter Einsatz von Systemen zur Spracherkennung, Sprachsteuerung und Sprachsynthese.
Beispiele: Spracherkennung und Sprachsteuerung von PC, Maschinen, Telefon- und Internetdiensten, Sprachsynthese zum „Vorlesen“ von E-Mails, Nachrichten, Wetterberichten, Börsenkursen, Kontoauszügen oder sogar Webseiten usw..
Denkbar wären auch Call-Center mit virtuellen Personen, die Rede und Antwort stehen.

Autor: Markus Klein
Titel: Begriffe des E-Business
Untertitel: Glossar
Erstveröffentlichung: Studienpapier, accadis – IBS International Business School Bad Homburg 2001
Internet: https://scholien.wordpress.com/imprimatur/beitrage/0906-2/